Messe: AutorInnen auf der BuchBerlin

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Am letzten November-Wochenende steht jedes Jahr die Buchmesse in Berlin an. Dieses Jahr hatte sie sich schon zum 5. Mal gejährt und mittlerweile ist sie die drittgrößte Buchmesse nach Frankfurt und Leipzig. Ich werde häufig von anderen SelfpublisherInnen gefragt, ob sich ein eigener Stand auf der BuchBerlin lohne. Das ist so einfach nicht zu beantworten, ich versuche es aber in diesem Beitrag.

Ich habe jetzt zum zweiten Mal an der BuchBerlin als Ausstellerin teilgenommen. Darauf gekommen bin ich über die Empfehlung von Ruprecht Frieling vom Selfpublisher Verband, der mir die Messe empfohlen hat. Die Messe wächst von Jahr zu Jahr und wird gerade für Selfies und Kleinverlage immer wichtiger.

Kosten:
Natürlich muss man sich die Standgebühren anschauen. Diese halten sich jedoch stark in Grenzen. Viele AutorInnen und Kleinverlage können bei den großen Messen kaum dabei sein, weil die Standgebühren extrem hoch sind. Dies ist bei der BuchBerlin jedoch gut zu übersehen. Ein kleiner Tisch kostet ca. 100Euro für zwei Tage. Es wird nach Meter abgerechnet. Wenn man einen kleinen Stand hat – so wie ich – wird man mit jemand anderen zusammengesetzt, der ebenfalls einen kleinen Stand gebucht hat. Das hat bisher super geklappt. Dieses Jahr habe ich zusammen mit Andreas Hagemann gestanden. Ich glaube aber, dass ich nächstes Jahr einen größeren Stand haben müsste… Mal sehen.
Mein kleiner Messestand auf der Buchmesse
Hinzu kommen natürlich Übernachtung und Anreise. Es ist jedoch so, dass es zum Zeitpunkt der BuchBerlin noch viele freie Zimmer in den umliegenden Hostels und Hotels gibt. Ende November findet keine weitere große Veranstaltung statt, weshalb man sich die Zimmer sogar noch spontan 4 Wochen vorher aussuchen kann – mach ich jedes Mal so. so kann man schon sehr günstig in Berlin übernachten. Berlin ist auch super mit der Bahn zu erreichen.

Verkauf:
Im Gegensatz zu den Messen in Frankfurt und Leipzig darf auf der BuchBerlin verkauft werden – und zwar auf eigene Rechnung ohne Abgaben an die VeranstalterInnen. Das heißt, dass was ihr verkauft, dürft ihr behalten. 

Publikum:

Die Buchmesse ist speziell für Kleinverlage und unabhängige AutorInnen ausgelegt. Das heißt, es sind keine Riesen vor Ort, die euch die LeserInnen abschwatzen. 
Es wird an Tischen verkauft, ihr habt direkten Kontakt zu den BesucherInnen. Die LeserInnen freuen sich, die AutorInnen persönlich zu treffen und ihr könnt direkt in den Austausch gehen, direkt Feedback abholen und Kontakte zu BloggerInnen knüpfen. 
Dieses Jahr waren unheimlich viele BesucherInnen auf der Buchmesse. Schon morgens um 10:00 Uhr befand sich vor dem Eingang eine lange Schlange. LeserInnen kommen teilweise mit Koffer an, um sich neu einzudecken. 
Auf der BuchBerlin sind die Genres aufgeteilt. Das heißt, Leute, die sich in euren Gebieten aufhalten, sind auch wirklich an eurem Genre interessiert. Natürlich gibt es Laufkundschaft und Menschen, die einfach nur schauen wollen, aber ich habe keinen an meinem Stand gehabt, der sich nicht für Fantasy interessiert hätte.

Was bringt eine Messe generell:
Ich habe auf der Messe ein Gespräch geführt, bei dem die Verlegerin sagte, sie käme nicht auf eine Messe, um zu verkaufen, sondern um sich zu präsentieren. JEIN. Natürlich gehe ich auf eine Messe, weil ich meine Bücher zeigen will, weil ich Aufmerksamkeit will, weil das Marketing ist. Aber natürlich gehe ich auch zum Verkaufen dort hin. Die Kosten möchte ich schon wieder drin haben.
Aber es ist natürlich wirklich so, dass man auf einer Messe unheimlich viele Kontakte knüpfen kann, zu Verlagen, zu AutorInnen, zu BloggerInnen, zu Netzwerken, zu Vereinen etc. Es ist also nicht nur eine Verkaufsmesse, sondern auch eine Messe zur Information für AutorInnen. Insbesondere das Netzwerken und Kontakteknüpfen ist wichtig, um in die „Szene“ reinzukommen. Man kann sich Ratschläge holen, seine Erfahrungen weitergeben, neue Leute kennenlernen.
Das ist nicht in jedem Genre gleich gut. In der Fantasy-Abteilung geht es zum Beispiel wirklich rund. Es sind ständig LeserInnen und BloggerInnen da. Die Leute an den Ständen nebenan sind super nett und es herrscht eine sehr familiäre Atmosphäre. In anderen Genres ist das nicht so ausgeprägt. Das liegt in der Natur der Leserschaft. KrimileserInnen sind in der Regel nicht so offenherzig wie FantasyleserInnen. Auch habe ich gehört, dass es in der Abteilung für ernsthaftere Literatur viel gediegener zuging. Das liegt eben an der Zielgruppe, die muss man schon kennen. (Ich verweise an dieser Stelle gern auf den Gastartikel von Helen Schmidt zum Thema Zielgruppe)

Fazit:
Aus meiner Sicht lohnt sich die Messe auf jeden Fall. Nicht nur, dass ich als Autorin viele Menschen wiedergetroffen und neue Leute kennen gelernt habe, ich habe meine Bücher gut präsentieren und verkaufen können, habe BloggerInnen getroffen, habe tolle Gespräche geführt, mir ganz viele Ratschläge abgeholt und hatte echt viel Spaß. 

5 Gedanken zu “Messe: AutorInnen auf der BuchBerlin

  1. Prinz Rupi schreibt:

    Wie schön, dass du es in diesem Jahr erstmals geschafft hast, die BuchBerlin mit deiner Anwesenheit zu bereichern! Die Messe versammelt mittlerweile wie keine andere die Paradiesvögel der Literaturszene und gestaltet sich zu einem Blütenmeer von Menschen, deren Herzen für das geschriebene Wort brennen.Ich freue mich schon aufs nächste Jahr und kann interessierte AutorInnen nur ermuntern, es mal mit einem kleinen Stand selbst zu versuchen.

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  2. Diandra schreibt:

    Irgendwann muss ich da auch nochmal hin … aber der November ist immer so voll mit Familienevents und Kram, dass ich froh bin, wenn ich das Jahr vorher aufgerollt kriege. Und Berlin ist jetzt auch nicht gerade um die Ecke. Aber nächstes Jahr vielleicht?

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