Neue Kurzgeschichte Ende Juni

Wie versprochen habe ich bereits meine erste Kurzgeschichte am 1. Juni veröffentlicht. Es ist ein Piraten-Abenteuer in den Lüften und ich hoffe, dass sie euch gefällt. Ihr könnt die Geschichten kostenlos über Bookrix herunterladen. Sie stehen auch in den mehreren Online Shops zur Verfügung, z.B. bei Thalia, iTunes und GooglePlay.


Leider erlaubt Amazon die Einstellung von kostenlosen Büchern nur über Kindle Unlimited und auch nur für eine begrenzte Zeit. Dies hätte jedoch bedeutet, dass ich die Geschichte nur exklusiv bei Amazon hätte anbieten können. Ich wollte aber, dass die Geschichte auch über andere Shops und in anderen Formaten verfügbar sind.

Meine nächste Kurzgeschichte wird Ende Juni für euch fertig sein. Es ist eine Urban Fantasy Story und diesmal geht es um Drachen. Die Geschichte geht nächste Woche ins Lektorat, ein Cover gibt es auch schon. Ich werde euch über die üblichen Social Media-Kanäle über Neuigkeiten informieren.

Nachhaltige Verantwortung übernehmen

Es geht mal wieder heiß her am Autor*innensonntag. Das Thema war diesmal die Verantwortung von Autor*innen und Verlagen. Viele meiner befreundeten Autor*innen verfassten Beiträge auf den sozialen Medien und ihren Blogs, in denen sie aufzeigten, wie wichtig es ist, WAS eine*r schreibt. Doch es gibt auch immer Gegenstimmen: „Ich sehe kein Geschlecht/Hautfarbe/sozialen Hintergrund/alles andere, warum sollte mich das etwas angehen?“ Jaaaa, warum sollte dich (fremdes Elend) etwas angehen?

Spoiler: Meine Bubble ist natürlich super. Wir machen uns Gedanken um die Repräsentation marginalisierter Personengruppen, um die Darstellung und Verarbeitung von Rassismus, Sexismus und jeglicher Art von Diskriminierung sowie verwenden viele Autor*innen bereits Content Notes, um auf für manche Personen schwierige Inhalte hinzuweisen. Nicht immer gelingt uns das perfekt, aber wir geben uns Mühe und lernen dazu. Das heißt, wir übernehmen Verantwortung für unsere Texte, egal ob wir selbst schreiben oder verlegen. Für die Leute, die noch nicht erfasst haben, warum das wichtig ist, erkläre ich das mal ganz rationell und wissenschaftlich. Denn die Wissenschaft gibt auf alles eine Antwort, man muss nur wissen, wo man suchen muss.

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Kurzgeschichten

Dieses Jahr läuft einiges neben der Spur, aber das will nicht heißen, dass alles schlecht ist. Die Leipziger Buchmesse ist so kurzfristig ausgefallen, dass mir nicht nur erhebliche Kosten entstanden sind, mir fehlt auch sämtliche Sichtbarkeit. Auch die BuchBerlin wird dieses Jahr leider nicht stattfinden.

Daher bin ich mir nicht sicher, ob ich dieses Jahr den dritten Band von Herrn Fuchs und Frau Elster veröffentlichen kann. Das tut mir sehr leid. Ich schreibe schon fleißig dran und ich würde ihn euch gern gönnen.

Zum Trost werde ich in den nächsten Wochen aber einige Kurzgeschichten veröffentlichen, die bereits in der Überarbeitung bei meiner Lektorin sind. Cover gibt es auch schon. Ich werde vorerst zwei Geschichten veröffentlichen, die ich euch als ebook kostenlos zur Verfügung stellen werde.

Eine Ankündigung wird hier auf meinem Blog kommen und natürlich auf meinen Kanälen der Sozialen Medien (Facebook, Instagram und Twitter).

LBM 2020

Dieses Jahr werde ich wieder auf der Leipziger Buchmesse sein. Diesmal sogar mit einem Stand, den ich gemeinsam mit dem Art Skript Phantastik-Verlag haben werden. Wir sind beide schon voll in der Vorbereitung und ich habe zumindest schon mal den Hinflug gebucht und die Unterkunft in Leipzig klar gemacht.

Wir sind in Halle 2 am Stand H319 – von Donnerstag bis Sonntag für euch da.

Unser Service für euch:

  • Beratung zum Verlagsprogramm
  • Bestellung und Nach-Hause-Lieferung
  • Zahlung in bar, mit EC- und Visa-Card
  • Umweltfreundlichen, selbstbedruckte Papiertüten
  • Programmheft, viele Lesezeichen, Postkarten und Flyer
  • Lächeln und ein nettes Gespräch

Kommt uns besuchen, es gibt viel zu entdecken.

1. Osnabrücker Buchmesse

Am 26.01.2018 fand die erste Osnabrücker Buchmesse statt. Ich war dort und habe mir mit meinen Kolleginnen einen Stand geteilt. Ich konnte nicht die gesamte Zeit über anwesend sein, da ich mitten in den Vorbereitungen für meine Irlandreise stand, der Flug ging am nächsten Tag.

Es war wirklich eine super tolle Veranstaltung. Die Stimmung war durchweg positiv.  Dort waren auch Miriam Rademacher, Stefan Wollschläger, Martin Barkawitz und viele andere sehr geschätzte Kolleginnen von mir. Ich habe tolle Bloggerinnen getroffen und sehr interessante Gespräche mit den Leserinnen und Lesern geführt.

 

Messe: AutorInnen auf der BuchBerlin

BuchBerlin Logo
Am letzten November-Wochenende steht jedes Jahr die Buchmesse in Berlin an. Dieses Jahr hatte sie sich schon zum 5. Mal gejährt und mittlerweile ist sie die drittgrößte Buchmesse nach Frankfurt und Leipzig. Ich werde häufig von anderen SelfpublisherInnen gefragt, ob sich ein eigener Stand auf der BuchBerlin lohne. Das ist so einfach nicht zu beantworten, ich versuche es aber in diesem Beitrag.

Ich habe jetzt zum zweiten Mal an der BuchBerlin als Ausstellerin teilgenommen. Darauf gekommen bin ich über die Empfehlung von Ruprecht Frieling vom Selfpublisher Verband, der mir die Messe empfohlen hat. Die Messe wächst von Jahr zu Jahr und wird gerade für Selfies und Kleinverlage immer wichtiger.

Kosten:
Natürlich muss man sich die Standgebühren anschauen. Diese halten sich jedoch stark in Grenzen. Viele AutorInnen und Kleinverlage können bei den großen Messen kaum dabei sein, weil die Standgebühren extrem hoch sind. Dies ist bei der BuchBerlin jedoch gut zu übersehen. Ein kleiner Tisch kostet ca. 100Euro für zwei Tage. Es wird nach Meter abgerechnet. Wenn man einen kleinen Stand hat – so wie ich – wird man mit jemand anderen zusammengesetzt, der ebenfalls einen kleinen Stand gebucht hat. Das hat bisher super geklappt. Dieses Jahr habe ich zusammen mit Andreas Hagemann gestanden. Ich glaube aber, dass ich nächstes Jahr einen größeren Stand haben müsste… Mal sehen.
Mein kleiner Messestand auf der Buchmesse
Hinzu kommen natürlich Übernachtung und Anreise. Es ist jedoch so, dass es zum Zeitpunkt der BuchBerlin noch viele freie Zimmer in den umliegenden Hostels und Hotels gibt. Ende November findet keine weitere große Veranstaltung statt, weshalb man sich die Zimmer sogar noch spontan 4 Wochen vorher aussuchen kann – mach ich jedes Mal so. so kann man schon sehr günstig in Berlin übernachten. Berlin ist auch super mit der Bahn zu erreichen.

Verkauf:
Im Gegensatz zu den Messen in Frankfurt und Leipzig darf auf der BuchBerlin verkauft werden – und zwar auf eigene Rechnung ohne Abgaben an die VeranstalterInnen. Das heißt, dass was ihr verkauft, dürft ihr behalten. 

Publikum:

Die Buchmesse ist speziell für Kleinverlage und unabhängige AutorInnen ausgelegt. Das heißt, es sind keine Riesen vor Ort, die euch die LeserInnen abschwatzen. 
Es wird an Tischen verkauft, ihr habt direkten Kontakt zu den BesucherInnen. Die LeserInnen freuen sich, die AutorInnen persönlich zu treffen und ihr könnt direkt in den Austausch gehen, direkt Feedback abholen und Kontakte zu BloggerInnen knüpfen. 
Dieses Jahr waren unheimlich viele BesucherInnen auf der Buchmesse. Schon morgens um 10:00 Uhr befand sich vor dem Eingang eine lange Schlange. LeserInnen kommen teilweise mit Koffer an, um sich neu einzudecken. 
Auf der BuchBerlin sind die Genres aufgeteilt. Das heißt, Leute, die sich in euren Gebieten aufhalten, sind auch wirklich an eurem Genre interessiert. Natürlich gibt es Laufkundschaft und Menschen, die einfach nur schauen wollen, aber ich habe keinen an meinem Stand gehabt, der sich nicht für Fantasy interessiert hätte.

Was bringt eine Messe generell:
Ich habe auf der Messe ein Gespräch geführt, bei dem die Verlegerin sagte, sie käme nicht auf eine Messe, um zu verkaufen, sondern um sich zu präsentieren. JEIN. Natürlich gehe ich auf eine Messe, weil ich meine Bücher zeigen will, weil ich Aufmerksamkeit will, weil das Marketing ist. Aber natürlich gehe ich auch zum Verkaufen dort hin. Die Kosten möchte ich schon wieder drin haben.
Aber es ist natürlich wirklich so, dass man auf einer Messe unheimlich viele Kontakte knüpfen kann, zu Verlagen, zu AutorInnen, zu BloggerInnen, zu Netzwerken, zu Vereinen etc. Es ist also nicht nur eine Verkaufsmesse, sondern auch eine Messe zur Information für AutorInnen. Insbesondere das Netzwerken und Kontakteknüpfen ist wichtig, um in die „Szene“ reinzukommen. Man kann sich Ratschläge holen, seine Erfahrungen weitergeben, neue Leute kennenlernen.
Das ist nicht in jedem Genre gleich gut. In der Fantasy-Abteilung geht es zum Beispiel wirklich rund. Es sind ständig LeserInnen und BloggerInnen da. Die Leute an den Ständen nebenan sind super nett und es herrscht eine sehr familiäre Atmosphäre. In anderen Genres ist das nicht so ausgeprägt. Das liegt in der Natur der Leserschaft. KrimileserInnen sind in der Regel nicht so offenherzig wie FantasyleserInnen. Auch habe ich gehört, dass es in der Abteilung für ernsthaftere Literatur viel gediegener zuging. Das liegt eben an der Zielgruppe, die muss man schon kennen. (Ich verweise an dieser Stelle gern auf den Gastartikel von Helen Schmidt zum Thema Zielgruppe)

Fazit:
Aus meiner Sicht lohnt sich die Messe auf jeden Fall. Nicht nur, dass ich als Autorin viele Menschen wiedergetroffen und neue Leute kennen gelernt habe, ich habe meine Bücher gut präsentieren und verkaufen können, habe BloggerInnen getroffen, habe tolle Gespräche geführt, mir ganz viele Ratschläge abgeholt und hatte echt viel Spaß. 

Schreiben: Gewalt gegen Frauen

Photo by Alisa Mulder on Unsplash
Ich kann es nicht mehr lesen. Ernsthaft. Es scheint in Krimis, Thrillern und Dystopien fast grundsätzlich darum zu gehen, Gewalt gegen weibliche Personen auszuüben. Was für ein Schock: Der Serienkiller tötet nur Frauen! Oder: Es werden nur Frauen und Mädchen von einem Arschloch grausamst gequält, misshandelt und zerhackstückelt. In kaum einem Thriller werden Männer zu Opfern und Frauen zu Täterinnen… Woran das wohl liegen mag?

Ich lese schon lange keine Thriller mehr, obwohl ich das früher super gern gemacht habe. Ein Grund ist tatsächlich, dass es grundsätzlich darum geht, dass Menschen weiblichen Geschlechts zu Opfern von Serienkillern, pädophilen Arschlöchern, Psychopathen oder korrupten Politikern werden (oder eben von Bad Boy-Millionären). Wenn ich durch die Buchhandlung gehe und mir die Klappentexte durchlese finde ich immer denselben Einheitsbrei. Häufig sind auf dem Cover noch schick die weiblichen Opfer abgebildet, damit jeder gleich weiß, worum es geht. Wenn es nach den AutorInnen dieser Geschichten ginge, wäre die weibliche Population ja schon drastisch reduziert…
Wozu das? Nun, es mag vielleicht an der weit verbreiteten Annahme liegen, dass Frauen als schwaches Geschlecht ja so hilflos seien und sich deshalb gern solche finsteren Gestalten diese Personengruppe als Opfer aussuchen. hm… Mal abgesehen davon, dass auch ein Mann gegenüber einer Messer wetzenden PsychopathIn ziemlich hilflos dastehen würden, ist das Klischee ja schon ganz gut überholt. Da versucht die Gesellschaft mit Empowerment und allen Möglichen Angeboten, Frauen und Mädchen stark zu machen, aber in Büchern sind sie immer noch Opfer Nummer 1… Aber was solls, wenn man Klischees bedient – Hauptsache die Story schockiert.
Wo wir schon beim nächsten Punkt wären: Der Schockeffekt. Es ist natürlich besonders schrecklich, wenn das Opfer ein hilfloses Geschöpf wie eine Frau ist … Auf mich hat das langsam überhaupt keinen Schockeffekt mehr. Ganz im Gegenteil, ich verdreh regelmäßig die Augen, sobald ich lese, dass es wieder einmal um einen psychopathischen Serienkiller geht, der als Kind Mädchenkleider tragen musste und dann natürlich nur Frauen umbringt. Man mag sich das mal anders herum vorstellen: Meine Mutter hat mich in braunen Kordhosen rumrennen lassen, deshalb bringe ich jetzt nur noch Männer um, weil die Hosen tragen.
Gewalt gegen Frauen schockiert jedes Mal ganz Deutschland, sobald wieder ein mit „Familiendrama“ betitelter Artikel in den Zeitungen auftaucht. Aber in den Büchern ist das natürlich völlig in Ordnung? Finde ich nicht! Thriller-AutorInnen könnten sich jetzt langsam auch mal auf Gruppen ausweiten, die vielleicht spannender sind: Männer zum Beispiel.
Warum vergreift sich der Killer nur an rothaarigen Frauen, nicht aber an rothaarigen Männern? Oder warum werden nur Frauen getötet, die spezielle soziale Merkmale haben, nicht Männer? Warum werden grundsätzlich nur Frauen vergewaltigt, nicht Männer? Und warum ist der Täter immer männlich? Auch Frauen können Körperteile auseinandersägen – es gibt Kreissägenkurse an der VHS. Meine Ma hat zum Beispiel einen gemacht. Sie geht dann in den Wald und sägt Holz für den Kamin, packt sich dann das Auto voll und freut sich im Winter über ein loderndes, gemütliches Feuerchen. Ich habe auch gelernt, wie man Holz hackt und mit einem Beil umgeht. Seid mal froh, dass meine Familie psychisch in Ordnung ist – nunja, jedenfalls die weibliche Seite.
In Dystopien werden grundsätzlich Frauen unterdrückt, ihrer Rechte entzogen und misshandelt. Warum ist noch keiner auf die Idee gekommen, das mal mit Männern zu machen? Wenn man solche Romane sucht, dann sind das entweder die letzten Schinken aus der Erotik-Schrammelbox oder humoristische Geschichtchen für Zwischendurch, die keiner ernst nimmt. Aber hat mal jemand darüber nachgedacht, wie „The Handmaids Tale“ verlaufen wäre, würde es sich dort eben nicht um Frauen drehen, sondern um Männer? Oder „Vox“? Nein, das geht natürlich überhaupt nicht, aber mit Frauen kann mans ja machen!
Auf der Suche nach einem passenden Stockphoto habe ich in der Suchmaske einmal „Gewalt Frauen“ und einmal „Gewalt Männer“ eingegeben. Bei der ersten Suche wurden mir natürlich Frauen als Opfer angezeigt, Frauen, wie wie sich verstecken, Frauen, die ganz schlimm zugerichtet aussehen, Frauen, denen Gewalt angetan wird. Bei der Suche nach „Gewalt Männer“ wurden mir Männer mit Waffen angezeigt, Männer, die andere bedrohen (Frauen und Kinder), Männer mit Muskeln, Männer, die böse gucken: Männer, die anderen Menschen Gewalt antun. Es war KEIN einziges Bild dabei, das ein Mann als Opfer darstellte. Die Frau als Täterin wurde dagegen humoristisch dargestellt. Ich habe dann noch mal einfach nur „Gewalt“ in die Suchmaske eingetragen. Aber auch hier wurden mir lauter übel zugerichtete Frauen angezeigt. Von männlichen Opfern keine Spur. Gewalt gegen Männer scheint es wohl nicht geben.

Ich schreibe keine Weihnachtsbücher!

Photo by Lacie Slezak on Unsplash

Es ist wieder Weihnachten. Echt? Das kommt ja  so unerwartet. Ehrlich gesagt, habe ich es nur gemerkt, weil ich in meiner Facebook-Timeline schon wieder lauter Weihnachtsschnulzenbücher sehe. Gefühlt jede zweite AutorIn sieht sich zu dieser Jahreszeit und speziell zu diesem Fest dazu berufen, ein Buch mit einem Weihnachtsthema rauszubringen. Mich nervt das. Und zwar so richtig.

Nein, ich schreibe keine Weihnachtsbücher. Das liegt nicht daran, dass ich Weihnachten kacke finde. Trotzdem werde ich mir nicht irgend eine hanebüchene Geschichte ausdenken, damit ich sie pünktlich zu Weihnachten vermarkten kann. Denn wenn ich mir mal so ansehe, was das für Weihnachtsgeschichten sind, die da verkauft werden, wird mir echt schlecht.

Man mag ja denken, dass wären so total niedliche Elfen-Liebe-Magie-Geschichten mit tieferem Sinn. So nach dem Motto: gebet den Armen etwas von eurem Reichtum ab, oder öffnet euer Herz und liebt euch, oder verbringt mehr Zeit mit eurer Familie blablabla … nee… is nich… Das, was da als super niedliche Weihnachtsgeschichte vermarktet wird, ist eigentlich nur wieder dieser Liebesschnulz-Fließband-Schrott, den es sowieso das ganze Jahr über gibt – nur vor einer Tannebaumkulisse.

Damit ich weiß, wovon ich rede, habe ich mir mal sowas durchgelesen. Kann ja nicht sein, dass ich ohne Grund meckere. Gut, man muss bedenken, dass Liebesschnulz-Fließband-Schrott eh kein Genre für mich ist und ich mir solche Geschichte auch außerhalb von Weihnachten nicht durchlesen würde. Was mich dabei nervt, ist dieses gehäufte aufploppen von schlechten Geschichten zu dieser bestimmten Zeit, nur um noch mal den Verkauf anzukurbeln. Dafür hackt man dann auch mal eine Millionärs-Story oder Boss-Story zusammen, die nicht nur völlig sinnfrei ist, sondern auch im Prinzip mit Weihnachten nicht viel gemein hat, außer vielleicht, dass es mal schneit.

Ich habe ja im Prinzip nichts dagegen, dass man Bücher verkaufen will. Und ja, vielleicht hängt der Geldbeutel zu Weihnachten bei den Leuten auch viel lockerer als sonst. Über Kommerz kann man sich ja auch streiten – vor allem zu Weihnachten, wenn alle Welt von „Entschleunigung“, „Besinnlichkeit“ und „Fest der Liebe“ spricht. Wenn man das allerdings sehr eng sieht, dürfte im Prinzip keiner mehr irgend was verkaufen, um damit Gewinn zu erzielen. Also ist es grundsätzlich schon in Ordnung, dass man gerade zu Weihnachten die Werbetrommel rührt und seine Produkte verkaufen möchte.

Allerdings bin ich der Meinung, dass man sich eben mit diesen Produkten auch mal Mühe geben sollte. Und das ist gerade das, was ich bei diesen Weihnachtsbüchern eben nicht sehe. Das geht mir gehörig auf die Eierstöcke.

Schreiben: Diversität – somewhere over the rainbow

Ich plädiere ja immer für mehr Diversität in Büchern. Dies schließt für mich auf jeden Fall auch die Darstellung von sexueller Vielfalt in Büchern mit ein. Nun, es gibt mittlerweile ein eigenes Genre, nämlich Gay Romance, in welchem in den schönes Regenbogenfarben geliebt und gelitten wird. Das blöde ist, dieses Genre bildet nur einen kleinen Teil ab und erreicht bei weitem nicht so viele LeserInnen wie andere Genres. In den anderen Genres gibt es kaum sexuelle Vielfalt. In diesem Beitrag geht es also um Gay und ihre Darstellung in Büchern.

Ich habe neulich ein Buch gelesen – ok, Kurzgeschichte – die mich total erschreckt hat. Es ging um einen Maler, der sich alles nimmt was er kriegen kann, ohne dabei einen Unterschied zwischen den Geschlechtern zu machen. Ist ja erstmal nicht weiter schlimm. Was mich extrem gestört hat, war die Darstellung des jungen männlichen Liebhabers des Künstlers. Dieser wurde so klischeehaft dargestellt, dass ich das Verlangen hatte, das Buch zu verbrennen. Ständig starrte der Liebhaber dem Künstler auf den Hintern, sabberte ihm hinterher und versuchte ihn andauernd davon zu überzeugen, dass es wahre Liebe nur unter Männer gebe. Das ist natürlich genau das, was alle Gays machen: sie sind dauergeil und machen andere Männer/Frauen gay, die gar nicht gay sind.
Das hat mich so verstört, dass ich mir mal angeschaut habe, wie es in anderen Büchern mit den Klischees ausschaut. Ich lese Gay Romance ja eigentlich nicht, habe mich aber der Neugierde wegen einmal herangewagt. Dabei war doch ganz schön enttäuscht. Die Gay Romance stellt sich für mich im Prinzip als äquivalent zur Liebesschnulze dar. Es wird dermaßen mit Klischees um sich geworfen, dass kaum noch Platz für Individualität bleibt. Das hat man bei Groschenromanen oder bei den erotischen Romance-Geschichten ja auch. Wird dann so nicht am Ziel vorbeigeschossen?
Bisher bin ich davon ausgegangen, dass man Gay-Romane eben für Leute schreibt, die gay sind. Das ist aber so nicht richtig. Diese Schnulzen haben ihre eigene Zielgruppe, so auch die Gay Romance. Aber wer ist diese Zielgruppe? Jedenfalls nicht Gays. Wenn ich böse wäre, würde ich glatt behaupten, die Gay Romance stellt sich als Äquivalent zum Lesben/Schwulen-Porno dar. Diese werden auch eben für heterosexuelle Männer/Frauen gemacht, nicht für die Regenbogenfraktion. Das finde ich extrem traurig, kann ich aber durchaus nachvollziehen. Ich bin hetero und lese ja auch keine Romance, nur weil da ein Hetenpärchen drin vorkommt.
Think positiv
Deshalb finde ich es wichtig, die sexuelle Vielfalt mehr in anderen Genres zu etablieren. Dabei stelle ich aber immer wieder fest, dass dieses Thema ständig mit Problemen in Berührung gebracht wird: Das Opfer ist gay und wurde deshalb umgebracht. Der Täter ist gay und hat deshalb getötet. Die Insassen im Gefängnis sind gay. Die GegenspielerIn ist gay. Der Kommissar/Soldat ist gay, darf es aber nicht zeigen, weil er sonst ausgelacht wird. In der Fantasy stirbt der schwule Charakter zuerst. Trans-Menschen sind grundsätzlich verzweifelt, manche bringen sich sogar um. Total Gruselig. Tut das wirklich Not? All diese Sachen vermitteln den LeserInnen, dass Homosexualität irgendwie doof ist oder gefährlich oder eben schlecht, dass man das nicht sein sollte oder sein darf. 
Ich kenne eigentlich keine gute Geschichte, in der es schlichtweg als gegeben hingenommen wird, dass ein Charakter eben auf das gleiche Geschlecht steht und es keine Probleme damit gibt. Menschen mit verschiedenen sexuellen Interessen sind ja weder mit Klischees über einen Kamm zu scheren, noch permanent negativ belastet (gilt übrigens auch für Heteros). Stellt euch einfach mal vor, es wäre umgekehrt. Der einzige heterosexuelle Charakter in einer super tollen Fantasy-Geschichte stirbt zu erst. Die Hete ist immer die Böse oder irgendwie doof. Fänd ich persönlich auch nicht so dolle. Ihr etwa? Ich würde mir ja vorkommen, als würde irgendwas mit mir nicht stimmen und mich dafür schämen, dass ich so bin wie ich bin. Schließlich sind alle Charaktere, mit denen ich mich halbwegs identifizieren kann, irgendwie scheiße oder tot. 
Ich sag ja immer gern, dass AutorInnen eine Verantwortung gegenüber den LeserInnen haben. In diesem Fall ist es eine Verantwortung, dafür zu sorgen, dass sich Gays nicht permanent scheiße fühlen, wenn sie eure Geschichte lesen. So schwer ist das nun auch wieder nicht.

Selfpublishing: Coverdesign

Bild von Pixabay

Im Selfpublishing muss man sich ja um alles selbst kümmern – wie eben in einem richtigen Verlag. So auch um das Cover des Buches. Hier tue ich mich persönlich sehr schwer. Auf der einen Seite habe ich viele Idee, einen guten Geschmack und häufig schon genaue Vorstellungen, wie es aussehen soll. Es hapert an der Umsetzung. Viele AutorInnen empfehlen, gerade das Cover auszulagern und einen Profi dafür zu engagieren. Nun, es gibt Cover-DesignerInnen wie Sand am Meer. Wie finde ich nun die richtige für mich?

Ich veröffentliche in den nächsten Wochen mein drittes Buch – ich weiß also schon ziemlich genau, was ich will und wie ich das mache. Nur das Cover war mir bisher nicht so schlüssig. Ich habe mich zunächst bei Pinterest nach schönen Covern umgesehen, die andere Bücher meines Genres haben. Dadurch habe ich mir Ideen geholt und so fest gemacht, was ich überhaupt möchte. Wenn man überhaupt keine Vorstellungen hat, dann wird es auch für die beste Cover-DesignerIn echt schwer, den Nagel auf den Kopf zu treffen. Als ich  nun zufrieden war, mit meiner Auswahl an Covern und ich wusste, in welche Richtung ich dabei gehen wollte, machte ich mich auf die Suche nach einer passenden DesignerIn für mich.

Das war gar nicht so einfach. Es gibt haufenweise DesignerInnen für Cover und Co., nur wie finde ich die Richtige für mich?  Ich schreibe einen Krimi im Steampunk, da muss das schon passen. Also habe ich mir zunächst das Portfolio angesehen. DesingerInnen haben normalerweise eine Reihe von Arbeiten auf ihrer Website veröffentlicht, an denen habe ich mich orientiert. Wenn eine ausschließlich grau-schattierte Cover mit nackten Männern und pinker Schrift präsentierte, bin ich schnell von dieser Website verschwunden. Es ist für mich völlig in Ordnung, wenn eine DesingerIn solche Cover erstellt, jedoch bitte nicht ausschließlich. Mein Steampunk-Krimi hat mit nackten Kerlen nichts zu tun und ein solch einseitiges Portfolio lässt mich zweifeln, ob die DesignerIn das auch versteht.

Ich habe mir eine DesignerIn gesucht, die sehr vielfältig ist. Die Arbeiten auf ihrer Website reichten von Romance bis Thriller, grafisch, mit Foto oder mit Scherenschnitt. Es aus jedem Genre war etwas dabei und so habe ich dort angefragt, ihr meine Vorschläge von Pinterest geschickt und ein paar Dinge aus dem Krimi erzählt. Sie hat beim ersten Cover, dass sie mir geschickt hat, sofort ins Schwarze getroffen.

Was ich damit sagen will: Jedes Genre hat seine eigenen Cover-Vorgaben, ob das Romance ist, ob das Fantasy oder Thriller sind. Ich rege mich ja immer schön über die Bücher mit den nackten Männern auf, aber mal ehrlich: das ist Erotik oder Romance oder sowas, das muss so sein. Die LeserInnen dieses Genres erwarten solche Cover und eben entsprechenden Inhalt. Wenn ich eine Liebesschnulze schreibe und dann darauf eine wilde Grafik schiebe, kauft das kein Mensch, weil es eben nicht als Liebesschnulze erkannt wird. Genauso läuft es, wenn ich einen Thriller schreibe und dann ein Liebespärchen mit rosa Wolken abbilde, weil es in dem Buch um eben ein Paar geht, dann kann ich wohl nicht mit hohen Verkaufszahlen rechen.

Die LeserInnen und Fans des jeweiligen Genres erwarten also eine bestimmte Verpackung. Das ist völlig legitim. Natürlich kann eine AutorIn „mal was ganz anderes machen“, aber dann muss sie sich auch damit abfinden, wenn es nach hinten losgeht. Ich wurde neulich zum Beispiel übel angefeindet, weil ich gesagt habe, dass für mich die nackte-Männer-Cover nicht schön sind. Aber ich lese dieses Genre auch nicht und ich habe dafür kein Stück übrig. Das heißt nicht, dass alle das schrecklich finden müssen oder ich eben die einzige bin, die keinen Geschmack hat. Ich schreibe und lese einfach andere Dinge – Bücher auf denen keine nackten Männer drauf sind. Und bei der Wahl der Cover-DesignerIn muss eine eben darauf achten, dass die gute diese Regeln eben auch kennt.

Schreiben: don´t talk just kiss

Photo by Kristina Flour on Unsplash
Ich habe auf meinen Streifzügen durch die digitale Buchwelt wieder einige Leseproben durchforstet und neugierige Blicke in verschiedene Bücher geworfen. In den vielen Ausschnitten, die ich mir angetan habe, geht es häufig um den ersten Kuss des potenziellen Paares – also der Anfang der Beziehung. Das ist ja schließlich etwas ganz besonderes, das muss man schon richtig schön machen, wenn man über Liebe schreibt. Blöderweise waren die meisten beschriebenen ersten Küsse voll doof! Grund: es wird zu viel geredet!

Ernsthaft Leute, ich lese eigentlich sehr gern über Liebe – ich schreibe auch sehr gern darüber. Nur, weil ich in meinen Artikeln immer über Romance meckere, heißt das noch lange nicht, dass ich Liebe doof finde. Ganz im Gegenteil. Aber ich will, dass es cool ist und nicht so ein abgeklatschter Kram.
Wir haben also zwei ProtagonistInnen, die sich toll finden. In Liebesgeschichten ist das dann meist so, dass er erste Kuss der beiden ganz besonders wichtig ist und ganz romantisch dargestellt wird. Ist auch nicht das Schlechteste. Das ist auch etwas, worauf die LeserInnen hinfiebert und sich richtig freuen, wenn das Paar dann zusammen ist. Mir gehts dabei ja nicht anders. Und dann kommt endlich die lang ersehnte Szene und … es wird erst noch darüber geredet… moment … was?
Folgende Szene: Zwei Menschen sind sich verdammt nah, ihr Atem vermischt sich bereits und sie sind kurz davor, ihre Lippen aufeinander zu drücken. Und als LeserIn denkst du so: JAAAA, jetzt mach es doch endlich! Und dann fragt sie sowas wie: „Ich würde dich so gern küssen.“
WHAT?!?!
Oder sie stehen sich gegenüber. Die Liebe auf den ersten Blick hat eingeschlagen wie ein Blitz! Jawohl! Es ist DIE einzig wahre Liebe! Sie schmachten sich an und sie sagt: „Ich weiß nicht was los ist, ich weiß nur, dass ich dich jetzt küssen muss.“ 
WHAT?!?!
Nicht mal in Romeo und Julia wird so viel gelabert. Besonders nicht bei so eindeutigen Szenen. Darf ich mal fragen, ob ihr das auch im realen Leben so mit euren PartnerInnen gemacht habt? Mal ehrlich, beide Szenen sind eindeutig. Warum muss man da noch den LeserInnen erklären, was die ProtagonistIn gern will oder tun möchte? Oder haltet ihr die andere Hälfte des Paares für so doof, dass der das nicht rafft? Und was wäre, wenn der dann antwortet: „Och, nö, du. Lass mal stecken.“ Immerhin sagt sie etwas und normalerweise müsste der Partner darauf antworten.
Ich spinne das mal weiter. Nehmen wir mal an, die beiden landen irgendwann im Bett. Sie haben sich ihre Kleider vom Leib gerissen und werfen sich in wilder Leidenschaft aufs Bett und sie/er sagt: „Ich würde so gern mit dir schlafen.“ Ach nee… Hätt ich jetzt so nicht vermutet. Oder ihr steht schon in der Schlange bei der Eisdiele und es heißt: „Ich hätt so gern ein Eis jetzt.“ Ihr legt euch gerade das Handtuch auf die Liege und sagt: „Ich würde jetzt so gern in der Sonne liegen.“ Merkt ihr was? Hoffentlich.
Die ganze schöne Szene. Voller Romantik. Kaputt. 
Es ist wie, einem, der bereits lacht, den Witz noch mal zu erklären. 
Don´t talk just kiss!