Frauen in der Fantasy: die graue Frau

Ich bastel gerade an dem Plot für mein neues Projekt und beschäftige mich sehr mit meiner Protagonistin. Bei meinem Debüt wurde mir vorgeworfen, meine Gwen wäre eine Bitch (Zitat) und so war ich gezwungen, sie weicher zu zeichnen, als ich es eigentlich vorgehabt hatte. Es fällt mir nun nicht leicht, eine Frau in die Hauptrolle zu stecken, wenn ich versuche, sie an die Wünsche der LeserInnen anzupassen. Und um ehrlich zu sein, habe ich darauf auch keine Lust.

Ich mag die Frauen in meinen Geschichten. Ich bringe ich sehr viel von meinen eigenen Erfahrungen und Erlebnissen mit in meine Bücher ein. Schon deshalb kann ich meine Protagonistinnen nicht einfach so darstellen, dass sie von jedem gemocht werden können. Und es heißt ja auch, dass die Hauptcharaktere Ecken und Kanten haben sollten. Ich habe mich also auf Recherche begeben, vielleicht haben andere AutorInnen ja eine Lösung für mich parat.
Ich glaube schon, dass viele LeserInnen starke Frauen in den Romanen lesen möchten und auch, dass AutorInnen denken, ihre Protagonistinnen wären starke, selbstbewusste Individuen. Das sehe ich vor allem an den heftigen Diskussionen, die meine Artikel häufig bei Facebook auslösen. Es wird sich gerechtfertigt und verteidigt, man selbst habe ja schließlich tolle Charaktere. Komischerweise treffe ich ständig auf den einen bestimmten Typ Mädchen/Frau: Ein unscheinbares Ding ist neu in der Schule/der Firma/irgendwo anders. Sie ist wunderschön, weiß es aber nicht. Sie ist schlau, wendet ihr Wissen aber nicht an. Sie hat einen starken Willen, setzt sich aber nie durch.
Ich kann also sehen, dass viele AutorInnen vor diesem Problem stehen, dass ja eigentlich starke Frauen gewünscht sind, jedoch nicht zu stark und nicht zu selbstbewusst. Irgendwo muss ja noch der Platz für den Helden mit Testosteron bleiben. Die Vorwürfe reichen von „Was für eine Bitch!“  über „Die ist zu alt.“ bis hin zu „Das macht keine Frau! Das darf sie nicht.“ so kommen im Endeffekt Charaktere heraus, die jung sind, schön, keine Laster haben, keine Charakterschwächen, keine herausragenden Fähigkeiten und demnach einfach nichts besonderes mehr sind. Graue, nichtssagende Gestalten, die aber von jedem irgendwie gemocht werden (Grau ist übrigens eine Farbe, die irgendwie von jedem Menschen gemocht wird – deshalb ist auch die Ausstattung vieler öffentlicher Gebäude in dieser Farbe gehalten.) Als letztes Mittel wird der Protagonistin dann rote Haare gegeben, damit sie wenigstens auf irgendeine Art was Besonderes ist. 
Oder aber sie ist „die Auserwählte“, wobei man sich dann fragt: Warum? Wenn sie doch nichts kann und nicht mal einen ordentlichen Charakter hat, wieso ist sie dann diejenige welche? Jaja, Entwicklung während der Geschichte blablabla. Aber wohin entwickeln sich solche Protagonistinnen denn? Ich sehe nicht, dass sie am Ende selbstbewusst sind, eigene Entscheidungen treffen, einen eigenen Willen haben oder herausgefunden haben, dass sie es super finden, die Nacht durchzufeiern und bei Tagesanbruch den Kopf in die Kloschüssel zu hängen. Männliche Protagonisten machen das durchaus – weibliche nicht. Genauso wie Frauen auch nicht feiern gehen, viele Freunde haben, rauchen wie Schlote oder fluchen.
Nicht einmal mit 16 Jahren hätte ich mich in einer grauen Protagonistin wiedergefunden, heute erst recht nicht. Wenn ich mir mal die Romane anschaue, die es für dieses Alter gibt, wird mir etwas schlecht. Die Mädels haben nicht mal Freunde, keinen eigenen Musikgeschmack, keinen eigenen Stil oder sonst was eigenes. Das meiste ist eh Fantasy mit Romance gekoppelt, wo es im Endeffekt nur darauf hinaus läuft, dass das Mädel den Kerl abkriegt. Von Entwicklung der Charaktere kann hier also kaum die Rede sein.
Ich bin mir nicht sicher, ob es die Angst dahinter ist, dass das Buch vielleicht nicht gelesen wird, dass es so viele graue Frauen in Büchern gibt? Eine graue Protagonistin gibt es auch im Reallife nicht, weshalb sollte sie also in Büchern existieren? 

Frauen in der Fantasy: Studie


Grit Richter vom Art Skript Phantastik Verlag möchte eine Studie zum Thema Frauen in der Fantasy durchführen. Grit sucht quantitative Merkmale, analysiert den Buchmarkt anhand von Neuerscheinungen der Verlage. Damit stellt sie sich einer sehr großen Aufgabe. Ich finde das super spannend. Schon lange habe ich überlegt, eine eigene Studie zum Thema anzustoßen, jedoch fehlte mir bisher die Grundlage dazu. Diese wird jetzt von Grit Richter geliefert und ich darf mir nun wirklich ernsthafte Gedanken um meine Studie machen.

Überlegungen
Ich hatte mir zunächst überlegt, welche Merkmale ich untersuchen möchte und wie ich dabei vorgehen könnte, bzw. wo ich die Informationen dazu finden würde. Immerhin kann ich nicht allein alle Bücher durchlesen und herausfiltern, wie ich die Frau in der Geschichte verhält etc, vor allem hätte ich dann ja auch nur meinen subjektiven Blick. Andere LeserInnen würden vielleicht eine komplett andere Sichtweise aufzeigen. Deshalb bin ich davon abgegangen, eine Studie auf meiner eigenen Meinung zu basieren.
Daher habe ich überlegt, eine offizielle AutorInnenbefragung durchzuführen. Ich möchte auch hierbei quantitativ vorgehen, damit ich die Befragung weit streuen kann und viele Fantasy-AutorInnen erreiche. Dabei möchte ich mich auf den deutschsprachigen Raum beschränken. 
Es ist nun so, dass ich eine Skala (Fragebogen) für diese Studie brauche. Eine spezielle Studie zur Befragung der Fantasy-AutorInnen gibt es leider noch nicht, und ich wollte ungern einen eigenen Fragebogen erstellen – das ist sehr kompliziert, es müssen Pretest gemacht werden, die Gütekriterien geprüft werden etc. – und ich wollte doch so wissenschaftlich wie möglich arbeiten. Deshalb habe ich erörtert, welche Merkmale ich genau messen will und bin zu dem Schluss gekommen, die Persönlichkeit der ProtagonistInnen mit dem Neo-FFI zu testen. Das bedeutet, dass die AutorInnen ihre eigenen ProtagonistInnen einschätzen sollen. Aber auch hier besteht die Verfälschung, dass die AutorInnen ihre ProtagonistInnen anders einschätzen als es die LeserInnen tun. Das ist ein Restrisiko, das ich wohl eingehen muss. Immerhin ist der Fragebogen auch nicht fehlerfrei, wenn man sich selbst einschätzt. 
NEO FFI – misst die Big Five. Die Persönlichkeit in der Psychologie wird häufig durch das Fünf-Faktoren-Modell, den Big Five, gemessen. Demnach existieren fünf Hauptdimensionen der Persönlichkeit: Offenheit (für Erfahrungen), Gewissenhaftigkeit, Extraversion, Verträglichkeit und Neurotizismus. Im Folgenden werden die einzelnen Dimensionen beschrieben. Nächste Woche werde ich ausführlich erklären, was es damit auf sich hat.
Weiteres Vorgehen:
Ich werde mir diesen Fragebogen besorgen – irgendwie, denn der Kostet original eine Menge Geld und ich bin mir nicht sicher, ob das investieren kann/möchte. Wenn ich soweit bin, werde ich einen Online-Fragebogen erstellen, der dann überall verteilt werden kann. Ich halte euch auf dem Laufenden. 

BloggerIn vs. AutorIn: Lies meinen Blog!

Photo by Raj Eiamworakul on Unsplash

Ich habe bereits über Massenmails geschrieben und dass sie sich einfach nicht gehören, wenn man als AutorIn ernsthaft mit BloggerInnen arbeiten möchte. Mit der Massenmail einher geht auch, das komplette verfehlen des Themas. Es werden Fantasy-BloggerInnen Bücher angeboten, die sich im Psychothriller-Genre bewegen. Und dann wird sich gewundert, warum die bösen BloggerInnen nicht zurück schreiben. In der Schule hätte man dafür eine 6 kassiert. Sei wie Spiderman: Lies meinen Blog!

Auf diesem Blog hatte ich noch vor zwei Jahren recht umfangreiche Rezensionen geschrieben. Ich  habe Bücher bewertet, hauptsächlich klassische Krimis, Urban Fantasy und Gegenwartsliteratur. Ich lese auch heute noch kaum Liebesromane, auf keinen Fall Psychothriller, keine Sex-Bücher und auch keine historischen Geschichten. Jetzt ratet aber mal, welche Art Bücher ich angeboten bekomme! Auch heute noch. Obwohl ich schon seit Ewigkeiten keine Rezension mehr geschrieben habe und dies auch in absehbarer Zeit nicht mehr vor habe – ich überlege allerdings bei Sachbüchern…

Woran liegt das wohl? Klar: die AutorInnen lesen meinen Blog nicht.

Es gibt KEINE LeserIn auf dieser Welt die ALLE Genres liest und diese gleich gern mag. Keine. Jede hat ihre Präferenzen und kann mit vielen anderen Genres nichts anfangen. Um herauszufinden, ob mein Buch zu einer BloggerIn passt, braucht es nicht viel: Ich schau mir den Blog an! Gegebenenfalls werfe ich noch einen Blick auf die Bücherliste, die so ziemlich jede Bloggerin veröffentlicht hat – wenn ich mir ganz unsicher bin.

Man sieht allein schon an dem Design des Blogs, ob die Bücher, die dort vorgestellt werden, auch zu dem eigenen passen. Die Rezensionen geben Auskunft über das Genre des Buches, ob es gefallen hat oder nicht, was genau gefallen hat und was nicht. Daran kann man ausmachen, ob das eigene Buch wohl in das Regal der BloggerIn passen würde. Stellt euch einfach vor, euer Buch würde neben all den anderen Büchern in ihrem Regal stehen. Passt es dort hin? Ja, Nein, Vielleicht?

Lest euch gegebenenfalls auch ein paar Rezensionen durch von Büchern, die ähnlich dem euren sind. Wenn die BloggerIn in der Bewertung Dinge negativ anspricht, die aber genau so in eurem Buch vorkommen, dann hat es ebenfalls wenig Sinn, nach einer Rezension zu fragen – es sei denn, ihr steht auf schlechte Bewertungen. Ebenso können BloggerInnen für euch passend sein, die Bücher aufgrund von Dingen schlecht bewerten, die eben nicht in eurem Buch vorkommen. Wenn die BloggerIn also eine Liebesgeschichte schlecht bewertet, weil zu viel Sex darin vorkommt, und euer Buch hat genau das eben nicht, dann wäre ein Schreiben an die BloggerIn sicherlich ratsam.

Was bringt es einer AutorIn also, sich mit einem Blog auseinander zusetzen, wo es von vorn herein nicht klappt, weil das Genre verfehlt wurde? Gar nichts. Einfach drauf los schreiben, weil man so viele Blogger wie möglich für sich gewinnen will, bringt GAR NICHTS!

Dann macht euch halt die Arbeit und prüft die Lesestunden-Bloggerliste durch und sucht für euer Genre den richtigen Blog. Es mag sein, dass ihr ein Genre erwischt habt, wo es kaum BloggerInnen gibt, kann ich mir zum Beispiel bei Sachbüchern durchaus vorstellen. Aber dann sucht und findet diese wenigen Blogs und arbeitet eng mit den BloggerInnen zusammen. Dann könnt ihr auch mit passenden Rezensionen rechnen und seid weniger frustriert.

Ja, die Arbeit mit BloggerInnen ist aufwändig – besonders im Vorfeld. Aber es lohnt sich. so könnt ihr gute Kontakte knüpfen, mit denen ihr auch in Zukunft zusammenarbeiten könnt. Also, wenn ihr möchtet, dass ich euer Buch lese, dann lest ihr bitte schön auch meinen Blog!

BuchBerlin 2018

Ich werde wieder auf der Buchmesse Berlin mit einem eigenen Stand vertreten sein.

24. und 25. November 2018 im Mercure Hotel MOA Berlin

Mein Standnummer ist 125 und ich bin natürlich im gelben Fantasy-Bereich dabei. Ich bringe meine Fairy Tale und die Schneeflockennovelle mit. Und wenn ich fleißig bin und alles klappt, dann sogar meine Studie in Tintenblau.

Rund 280 unabhängige Verlage und Selfpublisher aus ganz Deutschland werden ihr Programm vorstellen. Ihr könnt wieder in Büchern stöbern, die es in normalen Buchhandlungen nicht gibt.

Öffnungszeiten:
10.00 bis 18.00 Uhr

Die BUCHBERLIN ist barrierefrei.

Tickets können online und vor Ort gekauft werden: Website

1. Online Buchmesse

Ich nehme an der ersten Online-Buchmesse teil.

06.10. bis 17.10.2018

Helen Schmidt von Buchvermarktung unterstützt AutorInnen und VerlegerInnen umfangreich bei der Vermarktung ihrer Bücher. Jetzt hat sie die erste Online-Buchmesse ins Leben gerufen. Für alle AutorInnen, LeserInnen, BloggerInnen oder Neugierige, die nicht nach Frankfurt pilgern können, stehen ab dem 06. Oktober mehrere Hashtags zur Verfügung, über die man sich vernetzen kann. Helen hat ein ausgeklügeltes Konzept, um die Atmosphäre eine wirklichen Buchmesse zu schaffen.

Ich werde im Zeitraum an verschiedenen Veranstaltungen teilnehmen und werde folgende Hashtags benutzen.

#obm2018

#buchmesse

#onlinebuchmesse

#obm2018Halle1

Wer möchte, kann sich auf den Seiten der Online-Buchmesse als AusstellerIn registrieren lassen, egal ob du BloggerIn, AutorIn oder VerlegerIn bist oder zu einem Dienstleistungsunternehmen am Buchmarkt gehörst. Man nimmt dann quasi an einer Challenge teil, bei der es jeden Tag neue Aufgaben zu erledigen gibt – Veranstaltungen wie auf einer richtigen Buchmesse. LeserInnen können dann anhand der Hashtags deine Beiträge lesen.

Dies ist die erste Online-Buchmesse. Es haben sich bereits sehr viele TeilnehmerInnen registrieren lassen, die auch schon im Ausstellerverzeichnis eingesehen werden können. Je mehr Leute die Hashtags benutzen und diese auch mit Inhalt füllen, desto mehr lebt die #OBM2018.

Wir sehen uns auf der #Onlinebuchmesse #obm2018Halle1

Erste Online-Buchmesse

Helen Schmidt von Buchvermarktung hat schon einmal für meinen Blog einen Artikel über Zielgruppen geschrieben. Sie unterstützt AutorInnen und VerlegerInnen umfangreich bei der Vermarktung ihrer Bücher. Jetzt hat sie die erste Online-Buchmesse ins Leben gerufen. Für alle AutorInnen, LeserInnen, BloggerInnen oder Neugierige, die nicht nach Frankfurt pilgern können, stehen ab dem 06. Oktober mehrere Hashtags zur Verfügung, über die man sich vernetzen kann. Helen hat ein ausgeklügeltes Konzept, um die Atmosphäre eine wirklichen Buchmesse zu schaffen.

1. Online-Buchmesse vom 06.10. bis 17.10.2018.

Zu Beginn der Idee gestaltete sich die Online-Buchmesse als Hashtag-Challenge. Diese sollte sich einfach unauffällig an die Sichtbarkeit der großen Messen anschließen. Bei der Recherche nach einem Haupt-Hashtag kam Helen schnell zu dem Konzept einer Online-Buchmesse. Damit war die Idee geboren. 

„Ich hatte nach einer Möglichkeit gesucht, den AutorInnen und kleinen Verlagen mehr Sichtbarkeit zu verschaffen. Sie können nicht auf den großen Messen dabei sein.“

So funktioniert´s

Die Onlinemesse entsteht durch die Nutzung verschiedener Hashtags:
#obm2018
#buchmesse
#onlinebuchmesse
#obm2018Halle[xy]

Es gibt sogar einen Plan der Messehallen:

Jeder darf die Messehallen an seinem präferierten Veranstaltungsort betreten.
Zu den Veranstaltungsorten zählen die Social-Media-Plattformen. Jeder Social-Media-Kanal darf genutzt werden, gerne auch mehrere: Facebook, Twitter, Instagram, Pinterest. Wer Messeausweise braucht, kann sich ein Profilbild-Branding herunterladen. Das gibt es für alle Social Media Plattformen. Die Messe kann nicht nur in den einzelnen Social-Media Kanälen besucht werden, sondern auch auf der Homepage der Online-Buchmesse. Dort gibt es eine Live-Seite, die alle Beiträge bündelt.
Wer möchte, kann sich auf den Seiten der Online-Buchmesse als AusstellerIn registrieren lassen., egal ob du BloggerIn, AutorIn oder VerlegerIn bist oder zu einem Dienstleistungsunternehmen am Buchmarkt gehörst. Man nimmt dann quasi an einer Challenge teil, bei der es jeden Tag neue Aufgaben zu erledigen gibt – Veranstaltungen wie auf einer richtigen Buchmesse. LeserInnen können dann anhand der Hashtags deine Beiträge lesen.
Dies ist die erste Online-Buchmesse. Es haben sich bereits sehr viele TeilnehmerInnen registrieren lassen, die auch schon im Ausstellerverzeichnis eingesehen werden können. Je mehr Leute die Hashtags benutzen und diese auch mit Inhalt füllen, desto mehr lebt die #OBM2018. Ich werde zwischendurch berichten, wie es läuft. Ich bin auf jeden Fall gespannt.

Frauen in der Fantasy 7: Die dicke Tilla!

Photo by Clarke Sanders on Unsplash

Ich habe das Buch „Fa(t)shionista“ von Magda Albrecht gelesen, in dem es um Dickenfeindlichkeit in der Gesellschaft geht. Dicke werden häufig mit üblen Vorurteilen belegt, die sich auch in Filmen und Büchern widerspiegeln. Dicke sind faul, hässlich, werden nicht geliebt und essen permanent. Ich habe geschaut, wie das in der Fantasy verarbeitet wird. Gibt es dicke Amazonen? Nein. Auf keinen Fall. Dicke Kriegerinnen? Nein. Obwohl es dicke männliche Krieger durchaus gibt. Ich möchte in diesem Beitrag für mehr dicke Frauen in der Fantasy plädieren.

Zu Anfang muss ich noch erwähnen, dass ich wirklich Mühe hatte, ein passendes Bildchen für meinen Text zu finden. Unter der Suche „dicke Frau“ spuckte mir der Fotostock tatsächlich Schwangere aus oder eben Fotos von Dicken beim Essen. hmmm…
Was ist an Dicken eigentlich so schlimm, dass sie es kaum in die Rolle der Protagonisten schaffen? Mal die Komödien ausgenommen, denn Dicke sind laut Vorurteil ja super lustig. Stattdessen begnügen sie sich mit unscheinbaren Nebenrollen, wie etwa die dicke Freundin, die nie einen Mann findet, oder die herrische Nachbarin mit den Lockenwicklern im Haar. Immer sind es die Rollen, die zeigen, Dicksein ist doof. Du kriegst keinen Mann, wenn du dick bist, du siehst hässlich aus, wenn du dick bist, du kannst dich nicht schick anziehen, wenn du dick bist, du kannst … nichts, wenn du dick bist. 
Mir geht das auf die Nerven. Ich stelle mir die Frauen in den Büchern, die ich gern lese, immer kurvig vor und bin dann maßlos enttäuscht, wenn die AutorIn schreibt, wie dünn die Protagonistin ist, wie makellos ihre Haut ist und wie filigran ihre Hände sind. Dabei stellt sich mir immer die Frage, ob das überhaupt glaubwürdig ist. 
Wie muss eine Person sein, die eine mehrere Kilo schwere Rüstung tragen kann? Haben Vampire wirklich vor einem zarten Püppchen in Lackhose Angst? Hat eine Frau, die täglich ein Schwert schwingt filigrane Finger? War Dünnsein im Mittelalter wirklich Schönheitsideal? Wie sieht eine Frau aus, die es gewohnt ist, sich mit Bösewichten zu prügeln? Und waren die Modelle der Künstler immer dünn und makellos. Wohl eher nicht.
Ich bin aber nicht nur dafür, den Körper der Frau an den Kontext anzupassen, sondern plädiere auch für mehr dicke Frauen in der Fantasy. Dicken werden viele Eigenschaften zugeschrieben und abgeschrieben. Sie können nicht lange laufen, sind schwach, unsportlich, tollpatschig, dumm und träge. Das stimmt aber nicht. Natürlich können auch dicke Personen all das, was eine dünne Person kann. Sie können auch Vampire töten, ein Schwert schwingen und einem Kerl die Fresse polieren – wahrscheinlich sogar besser als ein zartes Püppchen.
Wenn man sich dagegen nämlich mal den männlichen Part anschaut. Wie viele dicke Männer, schwingen ein Schwert, rennen sogar mit freier Brust und Bauch herum und prügeln sich auf offener Straße oder in irgendwelchen Arenen? Sie zeigen ihren Speck und jeder findet das normal. Dicke Frauen dagegen werden versteckt. Oder neben eine magersüchtige Protagonistin gestellt, um diese noch dünner erscheinen zu lassen. 
Fazit
Ich finde, AutorInnen sollten sich bewusst werden, dass dünne und untergewichtige Frauen nicht der Realität entsprechen – es sei denn, du schreibst einen Roman auf dem Laufsteg. Ich selbst kenne keine einzige AutorIn, die nicht selbst ein paar Kilo über ihrem „Idealgewicht“ ist und mindestens als kurvig gilt, wenn nicht sogar als dick. Warum schreibt ihr also Geschichten über und für dürre Leute? Schreibt doch mal Geschichten mit Frauen, mit denen sich die LeserInnen und ihr auch ihr identifizieren könnt. So schwer ist es doch nicht. Eine Protagonistin wird nicht wegen ihrer Figur oder ihres Gewichts gemocht, sondern wegen ihrer Rolle, die sie verkörpert. 

Marketing für AutorInnen 3: Social Media – Der Da Vinci Code

Neulich stellte sich in einer Facebook-Gruppe die Frage nach Social Media Management. Es hieß, man müsse mehrmals täglich posten, um eine angemessene Reichweite erhalten zu können. Und ja, viele sehr erfolgreiche Influencer machen dies auch. Nur, kann man diese Praxis nicht unbedingt auf AutorInnen und den Buchmarkt übertragen. Außerdem sollte man dies auch genauer betrachten. Im Frühling habe ich selbst eine Studie bei YouTube durchgeführt und möchte euch hier zum einen die Ergebnisse mitteilen und zum anderen auch die daraus resultierenden Handlungsempfehlungen. Es wird spannend.

In der Studie, die ich im Rahmen meiner Ghostwriter-Tätigkeit durchgeführt habe, ging es um die Analyse von erfolgreichen YouTuberInnen. Da soll mir noch einer sagen, ich würde aus der Arbeit nicht schlau werden. Ich habe dabei 50 YouTube-Kanäle in einem bestimmten Bereich geprüft, dabei ging es um die Anzahl der hochgeladenen Videos, der Kommentare und Follower. Außerdem habe ich die Lebensdauer einbezogen , also wie lange es den Kanal schon gibt, und die Zielgruppe. Ich hatte erwartet, dass Leute, die mehrmals täglich Videos hochladen, dann auch viele Follower haben und Kommentare erhalten. Diese Vermutungen konnten nicht ganz bestätigt werden.
Ja, die erfolgreichen YouTuberInnen laden mehrmals täglich Videos hoch, das unterscheidet sie allerdings nicht von den nicht-erfolgreichen Leuten. Die Videos, die hochgeladen werden, sind meist von kurzer Dauer, meist 5 min, manchmal auch 10 min, selten  länger. YouTuberInnen, die längere Videos machen, laden dementsprechend auch weniger hoch. Dafür allerdings regelmäßig. Ein Video zu produzieren macht eben verdammt viel Arbeit – einen Blogartikel zu schreiben auch, da ist Instagram schon einfacher. Auch erhalten Influencer nicht immer super viele Kommentare auf ihre Videos, es sei denn, es ist besonders schlecht oder absolut irre. Die besonders erfolgreichen YouTuberInnen waren schon seit 2007 oder früher dabei.
Die Stütze der Gesellschaft
Was ist jedoch festgestellt habe und bemerkenswert fand, war die Tatsache, dass auch neue YouTuberInnen, die völlig unbekannt sind, sehr schnell Follower generieren könne, wenn sie Kooperationen mit anderen YouTuberInnen eingehen oder gar der Kanal von einer sehr bekannten YouTuberIn unterstützt wird, z.B. mit Interviews, Kommentaren, gemeinsamen Sachen etc. Das war etwas, was in der Studie  überhaupt nicht beachtet wurde: der Support und das Netzwerk der YouTuberInnen. Die Studie hat sich ausschließlich auf quantitative Faktoren gestützt, wobei dieser Faktor gänzlich außer Acht gelassen wurde. 
Ein weiterer Erfolgsfaktor, der (wider Erwarten) eine Rolle spielt, war tatsächlich der Content – also der Inhalt. Das hätte ich gar nicht erwartet, aber guter Content, der auf die Zielgruppe zurechtgeschnitten ist, ist wirklich wirksamer als alles andere. Naja, und natürlich Geduld. Die Studienergebnisse lassen sich relativ gut auf die anderen Social Media Kanäle übertragen. 
Handlungsempfehlungen
AutorInnen können daraus einige Tipps für die Praxis ziehen. Zum einen ist es super wichtig, dass ihr euch mit anderen AutorInnen zusammenschließt. Das müssen nicht immer AutorInnengruppen sein, mit denen man sich für Messen einen Stand mietet und gemeinsame Unternehmungen macht, sondern das kann auch ganz einfach Support in den Sozialen Medien sein. Ihr könnt zum Beispiel die Veröffentlichungen von befreundeten AutorInnen aus dem gleichen Genre teilen. Netzwerken stellt ohnehin für AutorInnen einen wichtigen Bestandteil der Arbeit dar. So kann man sich nicht nur austauschen und über die Werke reden, sondern sich auch gegenseitig unterstützen. Und weil man Dank Social Media nicht mehr zwingend direkte Nachbarn sein muss, um sich zu über die Aktivitäten des anderen zu informieren, fällt das sehr leicht. Ihr solltet allerdings auch zu 100 Prozent hinter den Inhalten stehen, die ihr von anderen AutorInnen teilt.
Betreffend der Postings ist zu sagen, dass es auf die Regelmäßigkeit ankommt, nicht auf die Häufigkeit. Regelmäßig kann auch einmal die Woche sein, so wie ich es mache, oder einmal am Tag. Das Problem dabei ist, dass man nicht für jeden Tag interessanten Stoff hat, den man präsentieren kann. Dafür sucht ihr euch zum Beispiel einen Tag in der Woche aus, an denen ihr etwas hochladet. Die LeserInnen können sich dann darauf verlassen, an diesem bestimmten Tag in der Woche ein neuer Artikel oder etwas über das neue Buch auf eurer Seite erscheint. Es wird nicht mehr zufällig und damit  unberechenbar, sondern verlässlich. So verpassen die LeserInnen keine Informationen mehr und können eure Sachen häufiger teilen. 
Die Inhalte sollten allerdings wirklich etwas für euch und eure LeserInnen bringen. Das ist natürlich nicht so einfach, aber ihr müsst halt schauen, was eure Zielgruppe von euch sehen will. Es muss interessant sein und euch oder eure Bücher betreffen. Und irgendwelche „sinnigen“ Sprüche sind auf Dauer auch Langweilig und verschrecken die LeserInnen – es sei denn, ihr habt ein Buch mit sinnigen Sprüchen veröffentlicht. Daher würde ich eher empfehlen, seltener zu Posten, dafür aber qualitativ hochwertiger. Dies können Informationen zu euren Büchern sein, zu eurer Person (überlegt euch, wie viel Einblick ihr den LeserInnen in euer Privatleben geben wollt), Hintergrundwissen zu den Büchern, Entstehungsgeschichten, Preisaktionen, Zitate aus den Büchern, Termine für Lesungen und Messen die ihr besucht, und natürlich auch der Content von anderen AutorInnen aus eurem Genre.

Ghostwriting: Lästerschwester

Ich wurde von mehreren meiner FreundInnen gebeten, einmal über meine KundInnen zu schreiben, die meine Dienste als Ghostwriter in Anspruch nehmen. Dies rührt daher, dass sich wohl manche von der Arbeit eine recht verklärte Vorstellung machen. Selbst ich habe zu Beginn meiner Tätigkeit geglaubt, die KundInnen und ich würden zusammenarbeiten und die KundInnen wären für meine Dienstleistungen dankbar. … … Nein. Dem ist nicht so. Mir wurde ziemlich schnell und sehr deutlich klar, dass ich hier als Dienstleisterin in einem Markt gesehen werde. Und so verhalten sich die auch die AuftraggeberInnen. In diesem Artikel erzähle ich ein bisschen aus dem Nähkästchen.

Nun, seinen Text fremdschreiben zu lassen, erfordert ein gewisses finanzielles Polster oder den Willen für ein paar Monate auf verdammt viele Dinge zu verzichten – oder reiche Eltern. Es ist mitnichten so, dass mich nur „reiche“ KundInnen beauftragen. Die meisten sind schlichtweg … dumm – sorry, muss ich so sagen. Und wenn ihr meinen Text zu ende gelesen habt, denkt ihr bestimmt genauso.
Ich hatte mal einen Auftrag, es ging um Digitalisierung in der Industrie und die Auswirkungen auf verschiedene Bereiche. 60 Seiten sollten geschrieben werden. Die ersten 15 Seiten hatte der Kunde bereits verfasst, jedoch war damit sein Professor nicht einverstanden (am Thema vorbei), weshalb er sich nun an mich wandte. Mir blieben 4 Wochen Zeit. 
Bereits das erste Telefonat stieß mir sauer auf. Ich verbrachte an einem Freitagabend tatsächlich 1 geschlagene Stunde damit, dem Kunden zu erklären, wie ich die Arbeit aufziehen wollte. Hauptsächlich jedoch beruhigte ich ihn, weil er Angst hatte, durchzufallen. Er wollte zu diesem Zeitpunkt bereits ganz genau wissen, welche Unterpunkte ich unter die einzelnen Hauptpunkte setzen wollte und gab mir genaue Anweisungen, welche Themen in unbedingt behandeln sollte, dabei sollte dies nur ein Vorab-Gespräch sein, um den Rahmen abzustecken. Gut und schön. Normalerweise dauert so ein Gespräch ca. 15 min. Ich durfte meine Verabredung absagen, mit der ich ins Kino wollte.
Ich korrigierte also den bestehenden Teil, schrieb einiges neu, übersetze neu, fügte neue Quellen hinzu und schloss mit einigen Seiten mehr an. Ich schickte dem Kunden eine Teillieferung, dann hörte ich zwei Wochen lang nichts, stattdessen fragte er mich nach einer weiteren Teillieferung. Ich sagte ihm, ich würde noch auf sein Feedback warten. Die Agentur nötigte mich jedoch, weiterzuschreiben. Ich schrieb also, schickte erneut eine Teillieferung und bat um Feedback. Ich möchte nicht eine ganze Arbeit schreiben und dann hinterher erfahren, dass alles Mist ist und noch mal von vorn beginnen. Dies erklärte ich dem Kunden, der jedoch berief sich darauf, dass sein Prof krank oder im Urlaub sei und er ihn deswegen nicht fragen könne. Ich sagte ihm, dass er doch selbst wissen müsse, was in seiner Arbeit stehen soll und ob er sich das einmal durchgelesen hat, was ich da geschrieben habe.

„Ja, das habe ich natürlich durchgelesen.“
„Na, dann können Sie mir doch auch sagen, ob ich so weitermachen kann oder wo ich in eine andere Richtung gehen muss.“
„Ja, also“ blätter blätter „Die Arbeit ist auf jeden Fall schön geschrieben. Ich sehe auch schöne Übergänge und so.“
WHAT?

Ich wendete mich an die Agentur, dass ich keine Anhaltspunkte habe, der Kunde mit dem Feedback nicht rausrückt und wenn ich jetzt weiterschreibe, ich dann auf keinen Fall dafür gerade stehe. Das Abgabedatum hatten wir dann auch irgendwann überschritten, weil sich der Kunde einfach nicht meldete. Immer schob er seinen Prof. vor, der angeblich nie da war. 
An einem weiteren Telefontermin, der 2 Stunden andauerte, wollte er haarklein wissen, in welchen Worten ich welche Prozesse beschreiben wollte. Nachdem ich ihn wieder ewig beruhigt hatte, meine Herangehensweise bis ins Kleinste dargelegt hatte, fragt er mich zum Schluss tatsächlich: „So, wie machen wir denn jetzt weiter, hm? Was schreiben Sie als nächstes?“ Die Telefonate fanden übrigens immer abends statt, weil der Kunde zu keiner anderen Zeit konnte. Wer´s glaubt. Mich hat er jedenfalls immer um meinen wohl verdienten Feierabend gebracht.
Ich schreibe der Agentur, dass das so nicht geht und ich keine Telefonate mehr mit dem Kunden führen will. Ein Feedback hatte ich ja auch immer noch nicht und ich war bereits dabei, den letzten Teil zu schreiben. Der Kunde hatte mir versichert, dass er das Fazit unbedingt selbst schreiben wollte, also schickte ich ihm den letzten Teil ohne Fazit. Man errät es schon: kein Feedback. Ich habe einfach nichts bekommen. Wir hatten mittlerweile 3 Monate an dem Ding gesessen, ohne Ergebnis. 

„Ich verstehe aber gar nicht, warum Sie von MIR ein Feedback haben wollen. Das macht doch immer der Professor.“
„Naja, eigentlich läuft das so, dass Sie mit Ihrem Prof das Thema und den Rahmen absprechen und dann die Arbeit schreiben. Allein. Ab und an, wenn Sie Fragen haben, rufen Sie dann Ihren Prof an und holen sich Rat. Aber ansonsten schreiben Sie die Arbeit allein.“
„Ach ehrlich?“
„Ja, so ist der normale Ablauf.“
„Aber nein, Barbara, das verstehen Sie falsch. Wissen Sie, ich bin ja an einer Privatschule, da läuft das alles gaaaaanz anders. Da bestimmt alles der Professor.“

Das glaube ich kaum, denn ich schreibe sehr viel für Privatschulen und da  läuft das ganz genauso ab, wie an staatlichen Universitäten.
Aber dann: der Kunde hatte tatsächlich den Prof. erreicht, das Feedback sandte er mir sofort zu. Es bestand aus einem einzigen Satz: „Die Arbeit sieht gut aus, aber machen Sie mal einen Absatz hier, damit die Fragestellung besser rauskommt.“ Das war alles! Ich warte 3 Monate auf das da?
Ich schreibe also auch noch das Fazit. Es folgt ein weiteres Telefonat mit dem Kunden. Er entschuldigt sich, dass er mich so lange hinhält.

„Sie wissen ja gar nicht, wie ich mich fühle.“
„Doch, eigentlich schon.“
„Haben Sie denn eigentlich schon mal eine solche Arbeit geschrieben?“
Ich muss laut lachen.
„Doch schon?“
„Mal abgesehen von meiner eigenen Abschlussarbeit? So ungefähr 25.“

Nun denn, ich hatte den Auftrag im August angenommen, im September sollte der fertig sein. War er aber nicht. Ich habe dann Anfang Dezember auf mein Honorar bestanden, weil der Kunde schließlich die komplette Arbeit hatte. Abgegeben hat er  sie allerdings erst … keine Ahnung. Ich habe noch zwischen Weihnachten und Neujahr Anfragen diesbezüglich bekommen. Der Kunde wollte unbedingt seinen Teil zum Fazit beitragen. Nachdem er mir mehrere Versuche schickte, schrieb ich ihm, er sollte die Finger von der Arbeit lassen, er würde sie nur  noch versauen. Danach hat er sich jedenfalls nicht mehr gemeldet.
Es kam dann auch übrigens noch raus, dass der Kunde bereits 2 Mal durch die Abschlussarbeit gefallen war, weil er Mist geschrieben hatte. Ich war nun sein letzter Versuch.

Selfpublishing: Hyper! Hyper! och nö …

Photo by Sanmeet Chahil on Unsplash
Kennt ihr das? Ihr veröffentlicht euer Buch und sofort geht es durch die ganzen Büchergruppen, Blogs berichten darüber, es landet auf sämtlichen SuBs dieses Landes und jeder schwärmt vom schönen Cover, eure Verkaufszahlen steigen in die Höhe und die monatliche Ausschüttung kommt unermesslichem Reichtum gleich. Kennt ihr nicht? Ich auch nicht. Früher habe ich von einem Hype geträumt. Heute weiß ich, dass das gar nicht so dolle ist, wie ich das anhört … 

Ich habe mit diesem Blog begonnen, weil ich gern lese. Jedoch konnte ich mich nie so richtig mit den Bestseller-Listen und den gehypten Büchern anfreunden, weshalb ich eher außerhalb des Mainstreams geblieben bin. Ich habe mich trotzdem in zig Büchergruppen bei Facebook rumgetrieben, habe etliche Blogs und Rezensionen gelesen. In den letzten drei Jahren habe ich einige Hypes für Bücher mitgemacht und überlebt. Ich kenne jetzt ungefähr die Lebensspanne solcher Bücher und muss sagen: das ist doof.
Drum prüfe, was sich ewig bindet …
Ich weiß eigentlich gar nicht so recht, wie das anfängt. Irgendeiner postet ein Buch mit einem schönen Cover, dann schreiben ganz viele andere Bücherratten, wie schön die Aufmachung ist und dass sie das Buch entweder auf die Wunschliste oder bereits auf ihr Kindle gesetzt haben. Dann kommen immer mehr Bilder von stolzen Buchbesitzern, schön aufgemachte Bilder mit Glitzerkrams drumherum. Und noch mehr Kommentare von Leuten, die das Buch unbedingt noch lesen wollen oder Leuten, die es uneingeschränkt empfehlen können. Wenn man genau nachfragt oder sich die Rezis anschaut, weiß man gar nicht so recht, wieso das Buch so geliebt wird, denn in den Texten steht kaum etwas Verwertbares: das Buch ist sooooo schön, das Cover ist soooo toll, der Hauptcharakter ist soooo hübsch, ich hab mich in ihn verliebt und vor allem ist es leicht zu lesen
Der Hype um das Buch geht über mehrere Wochen, ich schätze zwischen sechs und acht Wochen. Dann flacht es ab, man sieht nur noch hier und da ein Bild, aber das Buch ist irgendwie immer noch präsent. Und dann,  nach ungefähr vier bis sechs Monaten kommen die ersten negativen Meinungen. Und die häufen sich. Und häufen sich immer mehr. Zunächst könnte eine vermuten, dass sich nun, nachdem der Hype so abgeflacht ist, endlich die LeserInnen trauen, auch mal nicht begeistert von dem Machwerk zu sein. Bei genauerer Betrachtung fällt jedoch zusätzlich auf, dass die meisten, das Buch ungefähr sechs Monate auf ihrem SuB liegen hatten, bevor sie es gelesen haben und kacke fanden. 
Das muss man sich mal vorstellen: die Leute kaufen ein Buch, weil sie das Cover schön finden oder weil sich andere in den Protagonisten verliebt haben, legen es dann auf einen Stapel ungelesener Bücher und stellen nach einem halben Jahr fest, dass das Buch scheiße ist und sie sich die 20 Euro für das Ding hätten sparen können. Blöd nur, dass sie sich inzwischen die Nachfolgebände 2 bis 6 schon für teuer Geld gekauft haben – diese liegen auch bereits auf dem SuB. 
… ob sich nicht noch was bess´res findet.
Hypes sind kacke! Ja, sind sie. Ist ja schick, dass die Verkaufszahlen kurzzeitig in die Höhe springen, aber dann flachen sie derart schnell ab, dass eine fast Depressionen kriegen könnte. Vor allem, wenn man dann auch noch die ganzen miesen Rezensionen darüber zu lesen kriegt. Da lese ich in Büchergruppen schon das ein oder andere Mal, wie sich die LeserInnen darüber aufregen und sich wünschen, sie wären niemals auf den Hype aufgesprungen. Oder sie prangern gnadenlos den sexistischen und gewaltverherrlichenden Inhalt an. 
Ich persönlich habe tatsächlich ein paar der hypten Bücher gelesen, einige über die Leseprobe schon vorher aussortiert. Keines dieser Bücher hat mich auch nur im Geringsten angesprochen. Weder die Story, noch die Charaktere waren auch nur ansatzweise durchdacht und ausgearbeitet. Man sieht hier, dass es völlig wurscht ist, ob man gute Geschichten schreibt oder den letzten Murks – Hauptsache das Marketing stimmt. Und weil hinter diesen Hypes eine Maschinerie eines Großverlags steht, den ohnehin nur die kurzfristigen Umsatzzahlen interessieren, steht die Bewerbung der Bücher an oberster Stelle und wird umfangreich ausgenutzt. 
Meine lieben SchreibkollegInnen und VerlegerInnen, macht euch nix mehr draus, wenn ihr ein schlechtes Buch gehyped seht. In einem halben Jahr wird es niedergemacht. Ich für meinen Teil kann inzwischen auf einen Hype verzichten.